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28 Sep '19, 06:30 PM Metro Pleskow
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Details

The Seashell and the Clergyman & Wolf´s Hole
Venue: Metro Pleskow

Starts: 06:30 PM

THE SEASHELL AND THE CLERGYMAN
Surrealismus ist traditionell eher männlich aufgeladen, siehe auch das absolute Referenzwerk,
Luis Buñuels Un chien andalou (1929). Surrealistinnen werden hingegen häufig übersehen,
so auch Avantgarde-Regisseurin Germaine Dulac und ihr Meisterinnen-Stück
The Seashell and the Clergymen, das das BFI als „wichtiges frühes Beispiel von radikalem, experimentellem,
feministischem Filmschaffen“ beschreibt. Im Zentrum steht ein obsessiver Priester, der fällt
und kriecht und all jene meuchelt, die zwischen ihm und seiner begehrten, allerdings von Berufungswegen
auch verbotenen, Frau stehen: Bei einem Screening im Studio Les Ursulines in Paris
1928 wurde der Film als „ein Traum auf der Leinwand“ beworben. Oder ist es ein Albtraum?

WOLF´S HOLE
Drehbuchautorin und Regisseurin Vera Chytilová und Ko-Autorin Daniela Fischerová servieren
mit Wolf’s Hole einen Teenie-Slasher, der in der Tschechoslowakei der 80er-Jahre spielt. Elf Jugendliche
machen Skiurlaub auf einem abgelegenen Berg, aber als sie ankommen, bemerken
die grantigen Skilehrer, dass sie eigentlich nur zu zehnt sein sollten. Wer ist der Eindringling?
Chytilová war Avantgarde-Regisseurin und Schlüsselfigur der tschechischen Neuen Welle.
Die Kameraarbeit ist experimentell, die Darsteller* innen sind souverän bis amateurhaft
und die Botschaft ideologisch beunruhigend: Wolf’s Hole untersucht, wie von einer ohnmächtigen
Gruppe erwartet wird, sich den Wünschen ihrer (An-)Führer zu beugen, und
diese keinesfalls zu hinterfragen. Außerdem zu bestaunen: der vielleicht beste „Totes-Mädchen-
in-einem-Schneemann“-Moment der Filmgeschichte.