B wie Bartleby greift Herman Melvilles legendäre Erzählung auf und verwandelt sie in einen Filmessay über Erinnerung, Sprache und Widerstand. Ausgehend von Dialogen mit einem verstorbenen Gefährten lebt der berühmte Satz „I would prefer not to” in Stimmen und Gesten von Performer:innen, Jugendlichen, Rap-Musikern, Passant:innen und Gestrandeten neu auf – leise, beharrlich, zeitlos.
Den Ausgangspunkt von Angela Summereders neuestem Film bildet Herman Melvilles berühmte, 1853 erschienene Erzählung Bartleby der Schreiber: Eine Geschichte aus der Wall Street. Ihr Protagonist ist ein Angestellter einer Anwaltskanzlei, dessen Aufgabe im repetitiven Kopieren von Schriftstücken besteht. Bartlebys notorisches „I would prefer not to“, mit dem er nach Auskunft des Anwalts, dem Ich-Erzähler, die ihm aufgetragene Arbeit mit höflich-unerbittlichem Stoizismus abbügelt, durchzieht Summereders essayistische Montage wie ein roter Faden. | viennale 2025
Mit: Beatrice Frey, Maxi Blaha, Anna Mendelssohn
AT 2025 | 72 min I Omd/eU