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Termine und Tickets

04.12.'20, 20:00 redbox Mödling
Eisentorgasse 5, 2340 Mödling
Tickets
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Details

Bulbul / petra und der wolf
Sitzkonzert für max. 50 Personen!
Veranstaltungsort: redbox Mödling
Eisentorgasse 5, 2340 Mödling

Einlass: 19:15 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Künstler: Petra und der Wolf, Bulbul

Covid-19 Info: Sitzkonzert im Schachbrettmuster für max. 50 Personen. Zugewiesene Sitzplätze. Mund- Nasenschutzpflicht während der gesamten Veranstaltung!

 

BULBUL

Die seit über 20 Jahren aktive Wiener Band BULBUL hat dank ihres unkonventionellen Sounds und ihrer eindrucksvollen Live-Shows quer durch Europa Kultstatus erreicht. Für ihr mittlerweile achtes Album hat sich das Trio mit dem Produzenten Zebo Adam (u.a. Bilderbuch, ...) zusammengetan. Gemeinsam mit ihm begeben sie sich auf KODAK DREAM in einen spannenden Soundkosmos und schlagen ein neues Kapitel in ihrer außergewöhnlichen und enigmatischen Bandgeschichte auf.

BULBUL - KODAK DREAM
(Text: Stefan Grissemann)

Das achte Album des Wiener Trios, geschmückt mit einem Kamerablitzwürfel aus vergangenen Zeiten am Cover, mischt auf ungeahnt einprägsame Weise synthetisch unterfütterten Alternative Rock mit viel bewegungsaktivem Adrenalin-Pop. „Kodak Dream“ ist ein wilder Ritt durch die Randgebiete retrofuturistischer Unterhaltungsmusik. Die Experimentierfreude ist hier ebenso greifbar wie die Lust an der Verdichtung: In zehn Tracks bringen Bulbul ihre mit dem gewohnten Wortwitz ausgestattete Vision eines anarchisch zugespitzten Hybrid-Rock über die Bühne.

Die alarmierende Kombination aus Silber und Aquamarin leuchtet vom Cover dieses Albums. Was ist das? Ein Kunststoffobjekt aus dem Moderne-Museum? Das Blaulicht eines Einsatzfahrzeugs? Nein, der Retro-Chic dieses längst verloren gegangenen AlltagsAccessoires, eines vierfach verwendbaren Wegwerf-Blitzwürfels, wie er in den frühen 1970er-Jahren gern auf die einst so populären Instamatic-Kameras von Kodak gepflanzt wurde, erschließt sich erst auf den zweiten Blick.
Das achte Album des Wiener Trios Bulbul ist passenderweise von exzentrischunzeitgemäßen Manövern und starken Schlaglichtern auf kapriziös zugespitzten Glamund Indie-Rock geprägt. „Kodak Dream“, prägnant produziert von BilderbuchKlangmaestro Zebo Adam in seinem Meidlinger Studio, weist ein breites Interessensspektrum auf: Das Spielmaterial reicht von expressionistischen Horrorfilmen („Orlac“) und geliebten Kämpferinnen („Pumpgun Judy“) bis zu „Taxi Driver“ würdigem Weltekel („Fuckeroni“). Der gehechelte Beginn des Titelsongs weist den Weg: Unruhe rules, und in der Rockdisco nach Sperrstunde sind die Riffs eben am knackigsten. Im Falsett-Galopp geht es durch „Orlac“ – alte Regel: Die jeweils andere Seite des Sounds ist immer die beste. Während die Band live auf einen verqueren Cocktail aus Heavy Rock, Dance, Experiment und Outsider Art setzt, schält sich im Studio aus den verschiebbaren Lärmblöcken und der wilden Stilgemengelage eine ganz eigene Klangmischung heraus: Synthetisch unterfütterter Alternative Rock wird mit bewegungsaktivem Adrenalin-Pop verschmolzen. Zu den einprägsamsten Songs zählen die adrett zersplitterte Abflugfantasie „Going“ und der Anarcho-Schlager „Pumpgun Judy“. Den sprichwörtlichen punch, den diese Judy besitzt, muss man gehört haben, um an ihn glauben zu können. In „Directions“, der einzigen Coverversion des Albums, verwandeln Bulbul den Ausdrucks-Pop der Norwegerin Ane Brun in einen vorwärtstreibenden Elektronik-GitarrenHybrid. Der Titel „Nacht egal“, phonetisch nah an der „Nachtigall“ (persisch: Bulbul), benennt eine instrumentale Ruhezone im nervösen Getriebe des Restalbums. Danach nimmt man mit „Motta“, einer lakonisch gesetzten Autotune-Komposition, neuerlich Fahrt auf, ehe mit „Fuckeroni“ eine konsequent skelettierte, dreckig vor sich hin malmende Desertblues-Hymne den gut verfänglichen Schlusspunkt setzt.

 

Die Lust an der Verdichtung ist in „Kodak Dream“ Programm, hier ist nichts über Gebühr gedehnt: In zehn Tracks bringen Bulbul ihre mit dem gewohnten Wortwitz ausgestattete Vision einer retrofuturistischen, experimentell optimierten Rockmusik über die Bühne. Der Traum der persischen Nachtigall von der analogen, durch Plastikblitz schockerhellten Momentaufnahme hallt nach.

 

PETRA UND DER WOLF

So wenig petra und der wolfs Mitglieder auf Individualismus drängen, so sehr sticht das Duo doch heraus, und das unabhängig der Perspektive der Betrachtenden. Vielleicht sind es scheinbare Widersprüchlichkeiten, möglicherweise aber auch trendunabhängiges Produzieren und Performen - „kompromissbefreit“ wie es ein Journalist einmal ausdrückte - die diese Band nebst ihrer Musik so interessant machen. petra und der wolfs Geschichte startet mit zwei Soloauftritten der Gitarristin und Sängerin Petra Schrenzer und einer erfolgreichen Verkupplungsaktion wohlwollender Freundinnen. 2008 begann das Duo mit Aurora Hackl Timón zu proben, 2009 debütierte es live beim Rampenfiber-Festival mit improvisierter Rockmusik und einer Kleinauflage selbstgebrannter EPs, an jenem Abend zur Gänze verkauft.

Bemerkenswert schnell wurde die Band das Hauptprojekt in beider Leben, man spezialisierte sich, erweiterte um die Bassistin Martina Stranger, nahm eine EP und ein Album auf, reduzierte wieder auf die Duoform und verdichtete Sound und Komposition. Während Augmentation und Reduktion klassische Muster künstlerischer Entwicklungen sind, zeichnen sich petra und der wolf dadurch aus, dass diese Vorgänge zeitgleich passieren: Da sitzen sich zwei Personen auf der Bühne gegenüber, ihre Körper verschwinden in Androgynität verleihender, dunkler Kleidung, und klingen - laut Aussagen diverser Konzertbesucher*innen - dabei „wie 5“.

Es liegt am eigenwilligen, breitspektrigen Gitarrenspiel von Petra Schrenzer, und am multidimensionalen Schlagzeugen von Aurora Hackl Timón, dazu kommen emotionaler Gesang und ein mit (dem Instrument immanenten) Konventionen brechendes Saxophon. Die zwei Musikerinnen bewegen sich mit einer entspannten Selbstverständlichkeit in der Männerdomäne Rock, als Profis zwischen subventionierter „Hoch“kultur und marginalisiertem Underground.

 

„[.] For a band whose music growls so temperamentally, ‘a sense of belonging’ might not be what you’d expect to get from one of their shows. However, for a band who loves what it does so fiercely, you might not be surprised to find that it’s totally infectious, and that you belong nowhere but right there.“ (Temim Fruchter, Tom Tom Magazine NY