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MIRAGE [something illusory]
Ein Tanztheaterprojekt von Nadja Puttner/UNICORN ART
Künstler: Mara Kluhs, Nadja Puttner, Sebastijan Geč, Lukasz Czapski, Edoardo Blandamura, Fritz von Friedl

MIRAGE bedeutet so viel wie "Fata Morgana" und beschäftigt sich mit der oft wie ein Trugbild erscheinenden Lücke zwischen unseren Erinnerungen an die Vergangenheit und dem Warten auf die Zukunft: der Gegenwart als Raum für aktives Handeln.

Vier Personen in einem Warteraum. Niemand weiß genau, worauf er eigentlich wartet, und wie lange es noch dauern wird.
Man versucht für sich zu bleiben und die Zeit zu überbrücken: lesen, telefonieren, Internet. Aber dann versagen alle Geräte, und die Zeit steht still. Ohne die gewohnte Ablenkung führt kein Weg daran vorbei, sich mit sich selbst und seinen gegenwärtigen Empfindungen und Gefühlen auseinanderzusetzen. Der Raum erscheint plötzlich surreal und von der Außenwelt abgeschnitten. Ist das der lange gemiedene gegenwärtige Moment, aus dem es nun kein Entkommen mehr gibt?
In der ansteigenden Nervosität prallen vier unterschiedliche Charaktere aufeinander - es beginnt ein Ringen um Kommunikation und Gemeinsamkeit.

„Der Philosoph Jean-Paul Sartre hatte Unrecht. Die Hölle sind nicht die anderen. Die Hölle ist das von sich selbst besetzte Ego, das keinen anderen und nichts Fremdes mehr zulässt“, schreibt die Philosophin Ariadne von Schirach.

Steuern wir tatsächlich auf so eine Hölle zu? Ist das Fehlen von Anwesend-Sein in der Gegenwart tatsächlich das Zeichen unserer Zeit?
Und ist ein Präsenz-Zeigen im Alltag, ein „zur Verfügung stehen für das hier und jetzt“ nicht auch Grundvoraussetzung für Empathie, verantwortungsbewusstes Handeln, Zivilcourage oder Solidarität?

Choreografin Nadja Puttner führt in MIRAGE ihre intensive Beschäftigung mit dem Phänomen Körpererinnerung weiter und verbindet zeitgenössischen Tanz mit gesprochenem Text und Live-Musik.

Konzept & künstlerische Leitung: Nadja Puttner
Dramaturgische Mitarbeit und Szenenarbeit: Fritz von Friedl

Tanz/Performance/Choreografie: Mara Kluhs, Nadja Puttner, Lukasz Czapski, Sebastijan Geč
Kontrabass & musikalische Leitung: Edoardo Blandamura
Violoncello: Antonio Chorbadzhiysky
Klavier: Jonghwa Park
Klarinette/Saxophon: Anton Balynskiy

Bühne, Kostüme: Geraldine Massing